16. Februar 2016 | Chemnitz

16. Februar 2016 | Chemnitz

Gefühlt gibt es wohl keine Stadt in Ostdeutschland, die so stark von der Wende geprägt wurde wie Chemnitz. Extrem waren die Entlassungen tausender Arbeiter und Angestellter in den vielen Großbetrieben und groß waren die Möglichkeiten, einem noch offenen Stadtkern ein neues Gesicht zu geben.

Heute, nach über 25 Jahren konnte die Reisegruppe der WBG Erfurt feststellen, dass die Wunden des Kahlschlages weitgehend verheilt sind. Chemnitz ist wieder eine lebendige Industriestadt geworden und der Stadtkern bietet großstädtisches und modernes Flair, welches sich erheblich von dem in Erfurt unterscheidet.

Darüber hinaus bietet Chemnitz eine einzigartige Museumslandschaft. Davon konnte sich die WBG-Reisegruppe während der Stadtrundfahrt und ganz speziell im Naturkundemuseum überzeugen. Die Führungen waren unterhaltsam, lehrreich und sehr engagiert. Da auch die gastronomische Versorgung – und hier besonders der Chemnitzer Sauerbraten – vorzüglich waren, wird wohl die Exkursion bei allen Teilnehmern in bester Erinnerung bleiben. Dass die Stadt ihren Namen geändert, aber ihren damaligen Namenspatron behalten hat, macht sie auch sehr sympathisch.

Reiseinformation

Reisefotos

Chemnitz nimmt im gefühlten Ranking lohnender Ausflugsziele keinen Spitzenplatz ein. Mehrere Ortsdurchfahrten und ein verlängertes Wochenende im Herbst 2015 zeigten das alte Karl-Marx-Stadt, in dem ich 4 Jahre studieren durfte, als sehr interessantes Reiseziel für eine unserer Bustagestouren. Besonders interessant sind die Vielfalt der Museen und das neue Stadtzentrum. Und da von diesem auch einiges überdacht ist, ist der Ausflug durchaus als Winterreise geeignet.
Schon weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist das 2014 eröffnete staatliche Museum für Archäologie im ehemaligen Kaufhaus Schocken. Die 300.000 Jahre Kulturgeschichte Sachsens sind nicht im Schnelldurchlauf nachzuvollziehen. Vier Stunden muss man für den Rundgang durch viele tausend Jahre einplanen.
Sehenswert ist auch das Sächsische Industriemuseum. Die Ausstellung präsentiert Vieles, das heutige Generationen noch im Alltag begleitet. Einen großen Umfang hat dabei die Textilindustrie, über die wir uns auf einer anderen Tour in Braunsdorf schon informiert hatten.
Aufschlussreich wird hier den Betrachtern industrielle Fertigung in Vergangenheit und Gegenwart gezeigt und das in einem restaurierten Industriegebäude aus dem 19. Jahrhundert, welches als Gießerei konzipiert, aber in späteren Jahren für verschiedene Branchen genutzt wurde.
Ein Ziel unseres Ausflugs war das Museum für Naturkunde im TIETZ, dem ehemals vornehmsten Warenhaus Sachsens, das heute kulturelles Zentrum der Stadt ist. Auch hier wurde aufwendig saniert und eines der bedeutendsten Bauwerke erstrahlt seit 2004 in neuem Glanz.
Im Museum beginnt die Geschichte vor 290 Mio. Jahren, als durch einen  Vulkanausbruch auch ein ganzer Wald meterhoch abgedeckt und erst im 18. Jahrhundert – jetzt allerdings versteinert – zufällig wiederentdeckt wurde. Im Foyer des TIETZ sind einige Stämme zu bestaunen und …
… am meisten ist bei einer Führung im Museum zu erfahren.
Welche Pflanzen und Tiere gab es damals? Wie sind die Versteinerungen entstanden?
Im Film wird anschaulich dargestellt, wie man sich heute den Vulkanausbruch vor 290 Mio. Jahren vorstellt – bequem zu  betrachten auf zeitgemäßen Sitzmöbeln – oder …
… mit reduzierter Polsterung auf versteinerten Schachtelhalmen
Eine 2. Abteilung des Naturkundemuseums umfasst Insekten aus aller Welt. Lebendig oder artgerecht konserviert, verbergen sich viele vor dem interessierten Besucher durch ihre Tarnung, die die umgebende Natur nachempfindet.
Hier eine „Großfamilie“ Blattschneideameisen, die innerhalb kurzer Zeit einen Dornenstrauch fachgerecht entlaubt, um einen Pilz zu nähren, der wiederum der Brut als Nahrung dient.
Das Bild zeigt Grabwespen, die deshalb so heißen, weil sie kräftige Kiefer besitzen, die zum Graben geeignet sind.
Die Gottesanbeterin vor Publikum …
… und nach der Vorstellung wird gefrühstückt.
Danach posiert eine Stabheuschrecke
Ohne Worte
Herzlichen Dank an Frau Dr. Zierold und Herrn Florian Bopp für die sehr interessanten Führungen.
Nur wenige Minuten vom Museum entfernt werden wir im Ratskeller erwartet.
Gediegenes Ambiente und Vorfreude auf das Mittagessen. Bewirtung und Speisen waren sehr gut – hervorzuheben der Chemnitzer Sauerbraten. Pünktlich kam unsere Stadtführerin, die uns zu Fuß das Zentrum vorstellte.
Der Weg durch die Innenstadt wird flankiert von moderner Handelsarchitektur…
… und führt natürlich am Wahrzeichen von Chemnitz, dem Roten Turm vorbei. Seine Form wurde adaptiert für das Design eines bekannten Spülmittelklassikers – der Fitflasche.
Er gab der Stadt für lange Zeit seinen Namen und ist heute mehr denn je ein weiteres Markenzeichen der Stadt und bestens für ein Gruppenfoto geeignet.
Hier und gleich neben dem Kongresszentrum begann auch die Stadtrundfahrt mit unserem Bus. Seit 1974 prägt dieses imposante Bauwerk das Stadtbild.
Dort, wo vor 290 Mio. Jahren ein Vulkan ausgebrochen ist, steht heute die Zeisigwaldschenke. Hier gab es mit leckerem Kuchen und Kaffee eine letzte Stärkung vor der Heimfahrt.
Auf Wiedersehen Chemnitz, Danke an unsere Stadtführerin, Frau Bauer-Mecili und an alle, die dazu beigetragen haben, dass der 16. Februar 2016 für viele Mitglieder der WbG Erfurt ein erlebnisreicher Tag wurde.

BusErlebnis.de

Die Internetseite BusErlebnis.de ist ein Angebot zur Organisation von Tagestouren für Wohnungsunternehmen, die von der Werbeagentur Kleine Arche GmbH angeboten werden.

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